URLAUB PUR

Vientiane

27/08/2016
Einige Fakten vorweg: Vientiane liegt am Ufer des Mekong. Vientiane ist mit der Stadt und Provinz Nong Khai auf thailaendischer Seite, durch die “Bruecke der Freundschaft” verbunden. Es leben offiziell 350.000 Menschen in Vientiane- die Stadt ist die groesste Stadt von Laos. Vientiane ist die Hauptstadt der Laos PDR.

….und Sie werden bald erfahren, dass PDR nicht etwa fuer ““Peoples Democratic Republic” steht…

…sondern fuer “People Don’t Rush”! Ich habe den Grossteil meiner 8 Jahre in Thailand in Bangkok verbracht und abgesehen von einigen Orten in Thailand (die in meiner weiteren Argumentation nicht zaehlen!) war ich in dieser Zeit ausserdem in Singapur, Kuala Lumpur, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Wien und Berlin. Keine dieser Staedte hat auch nur halb soviel Charme wie Vientiane!

Vielleicht liegt es daran, dass Bangkok mich immer wieder an meine eigene Sterblichkeit erinnert. Der Verkehr ist hoellisch- ein einfaches „die Strasse ueberqueren” gibt einem das Gefuehl, jeder Autofahrer ist darauf aus, einen Fussgaenger zu toeten! Der konstante Laerm betaeubt einem die Ohren und die Luftverschmutzung erledigt den Rest! Wie ich schon einmal an anderer Stelle erwaehnt habe: wenn New York – nach den Worten des unsterblichen Frank Sinatra- die Stadt ist, die niemals schlaeft, ist Bangkok die Stadt, die nicht mal ein kurzes Nickerchen macht!

…und dann kommt man nach Vientiane! Natuerlich ist die Stadt bei nur 350.000 Einwohnern, weniger laut und dreckig als Bangkok. Wenn man Thailand bereist hat, weiss man allerdings, dass die Autofahrer in kleineren Staedten, auch auf ein Blutopfer aus sind! Aber erst mal zu etwas ganz anderem: Vientiane ist so klein, dass man auf einem ca. 3stuendigen Spaziergang, so ziemlich alle wichtigen Sehenswuerdigkeiten sehen kann!

Man startet am Phra That Luang, dem goldenen Schrein und Wahrzeichen der Stadt, folgt der Rue Singha, vorbei am Monument des Morts (auch bekannt als Vientiane’s Arc de Triomphe), biegt links ab und besucht ein paar alte Tempel, biegt rechts ab und folgt dem Mekong bis zum Nachtmarkt mit den vielen Restaurants und Pubs und nimmt dann ein Tuk Tuk zurueck in das Hotel... …ta-taaaaaaaa…fertig!

Es gibt noch ein paar Museen, ein paar mehr Tempel und den Buddha Park…aber im Grossen und Ganzen war’s das! Und wie ich schon sagte: man kann ueberall hin laufen! Das wirkt auf der einen Seite nicht besonders bemerkenswert, weil Vientiane ja ziemlich klein ist. Wenn man aus Bangkok kommt, ist ein anderer Fakt viel bemerkenswerter: es gibt richtige Fusswege! Etliche sogar in gutem Zustand und nicht vollkommen blockiert von irgendwelchen Garkuechen oder Verkaufsstaenden, fliegender Haendler! Eine meiner ersten “merkwuerdigen” Erfahrungen in Vientiane war verbunden mit einem Auto. Nicht mit MEINEM Auto…nur ein Auto, welches am Strassenrand parkte und dessen Besitzer versuchte auszuparken. Der Bangkokianer in mir wuenschte dem tapferen Mann „Viel Glueck!“, denn “zu Hause” haette er besser gehofft, er haette direkt vor einem Supermarkt geparkt! Denn wenn er sich nicht gewaltsam in den fliessenden Verkehr stuerzen wollte, um sein Ausparken zu erzwingen, dann wuerde er gewiss etwas zu Essen oder ein paar Getraenke brauchen, weil er fuer eine laaaaaange Zeit hier gewesen waere! …aber wir waren ja nicht in Bangkok! Und das wurde mir sofort bewusst, als der fliessende Verkehr tatsaechlich und unglaublicher Weise, auf seinen Blinker reagierte, stoppte und den wackeren Fahrensmann aus seiner Parkluecke entliess! Niemand hupte wild, kein Motorradfahrer quetschte sich dazwischen…er hatte alle Zeit der Welt, um sicher auszuparken und seines Weges zu fahren!

Ich war komplett geschockt!

Konnte es sein, dass die Menschen in Vientiane einfach nicht wussten, wie man sich RICHTIG im Strassenverkehr verhaelt? Ruecksichtslos, ohne auch nur einen Gedanken an andere Verkehrsteilnehmer zu verschwenden? Ich musste den entscheidenden Test machen!. Am naechsten Zebrastreifen blieb ich stehen, sah’ mich um und setzte vorsichtig meinen Fuss auf die Strasse, wohlwissend, dass dieses Verhalten in Bangkok zu einer Nahtoderfahrung gefuehrt haette! Die Autos hielten an und ich konnte in Ruhe die Strasse ueberqueren!

SIE HIELTEN AN!

Ich war verliebt, in diese wundervolle kleine und relaxte Stadt! Aber abgesehen von entspannten Verkehrserlebnissen hat Vientiane eine Menge zu bieten. Es gibt sprichwoertlich unzaehlige Foto- Objekte: einige wirklich schoen, wie kleine Tempel und alte Stupas, andere ein bischen bizarr, wenn Zeichen von Religion und Buddhismus auf Zeichen des Kommunismuss treffen. Und wenn man schliesslich in einem kleinen Restaurant am Fluss sitz und einen scharfen laotischen Gurkensalat mit einem kalten (und sehr, sehr leckeren) Beer Laos herunterspuelt…man wuerde fuer verrueckt erklaert werden, wenn man sich wuenschen wuerde, eines Tages hierher zurueck zu kommen.

Nach Vientiane, wo People Don’t Rush!

Euer Neo N.