URLAUB PUR

Nicht wie die Anderen/ Teil 2

27/08/2016
Wenn wir ueber Dinge sprechen, die „aussergewoehnlich“ oder “anders als normal” sind, dann sind Gotteshaeuser bestimmt nicht das Erste, was uns einfaellt! Aber Tatsache: einige Tempel in Thailand sind bemerkenswert in mancherlei Hinsicht- und eine davon ist „Andersartigkeit“! Wenn man seinen Urlaub im Norden Thailands verbringt und nach Chiang Rai kommt, trifft man auf eines der leuchtendsten Beispiele fuer “ aussergewoehnliche” Tempel: den Wat Rong Khun oder “ Weissen Tempel”. Er ist wirklich so “speziell” wie es nur geht, unter den Heiligtuemern Thailands! Nur wenn man die Augen sehr zusammenkneift und nicht genau hinsieht, dann hat die aeussere Form des Bauwerks (mit dessen Errichtung 1996 begonnen wurde und dessen Ferigstellung bis 2070 dauern kann)noch eine gewisse Aehnlichkeit mit einem der “Durchschnittstempel”- und das war’s dann auch schon!

Wirklich Alles an diesem Tempel ist „anders“, angefangen bei der weissen Farbe (die die Reinheit Buddhas repraesentiert) und nicht endend bei comic-aehnlichen Bildern und Statuen. Ein Teil des Tempels symbolisiert die Welt in der wir leben. Ein anderer Teil zeigt die Schwierigkeiten, mit denen ein Buddhist zu kaempfen hat welcher der reinen Lehre folgen will. Und dann ist da die Bruecke ins Nirvana und die Darstellung der Hoelle...weniger erschreckend als eher „komisch“!

Der Architekt Chalermchai Kositpipat, ein bekannter Maler und Bildhauer, hat auch moderne Comic- Superhelden oder den Charakter “Neo” aus “The Matrix” in die Wand- und Deckengemaelde im inneren des Heiligtums integriert Fuer ihn ist der Tempel nicht nur ein Gesamtkunstwerk, sondern der Weg in die Unsterblichkeit. Sein bekanntes Zitat “Nur der Tod kann meinen Traum beenden, aber er kann dieses Projekt nicht aufhalten!” erscheint etwas eitel, vor allem im Zusammenhang mit dem Wunsch nach Unsterblichkeit- aber wenn man etwas genauer hinsieht, ist er alles Andere als das.

Ein paar Beispiele: der Tempel nimmt keine Spenden an die groesser als 10.000 Baht (etwa 300 Euro) sind und der Name keines Spenders wird irgendwo im Tempel erwaehnt. Vielleicht ist dies einer der Gruende, weshalb das Projekt so lange dauert: 5 Jahre nach Baubeginn und 18 Millionen Baht spaeter, waren erst 50% des Gebaeudes fertiggestellt und der Tempel ist immer noch ein „Work in Progress“!

Durch die Jahre hat sich um Chalermchai, durch seine Vision und die Einzigartigkeit des Tempels, eine grosse Anhaengerschar versammelt, die das Projekt auch fuer den Fall weiterfuehren wird, dass der Meister eines Tages selbst die Bruecke zum Nirvanaueberschreitet. Und wenn es tatsaechlich wahr ist, dass der Tempel erst 2070 fertigestellt sein wird, hat der Besucher hier im Moment die Gelegenheit zuzusehen, wie „Geschichte gemacht“ wird- sprichwoertlich!

Darueber hinaus, ist der Tempel aber vor allem ein grossartiges und bizarres Fotomotiv!



Euer Neo N.